12.04.2016 in Presseecho

So erklärt die SPD den Wahlsieg der Rechtspopulisten

 
Foto: dpa

Bislang fuhren die Mannheimer mit der SPD gut. Die Stadt galt als rote Hochburg. Doch bei der Wahl machten viele ihr Kreuz bei der AfD. Der Schock sitzt tief. Die Frage nach dem „warum“ dominiert.

Das Wahlergebnis tut ihr noch immer weh, das ist Andrea Safferling anzumerken. Die SPD-Politikerin liebt ihren Stadtteil Schönau tief im Mannheimer Norden mit seinen Menschen, die, wie sie erzählt, ihr Herz auf der Zunge tragen. Doch diese Liebe hat am Landtagswahltag vor sechs Wochen einen tiefen Riss bekommen. Die Schönauer haben Safferling enttäuscht, denn viele von ihnen machten ihr Kreuzchen bei der rechtspopulistischen AfD.

Im Mannheimer Norden – eigentlich seit jeher ein sicherer Wahlkreis für die Sozialdemokraten – hat die SPD ihr Direktmandat an den AfDler Rüdiger Klos verloren. "Ich bin immer noch furchtbar getroffen", sagt die SPD-Stadträtin. Erst wollte sie einfach alles hinschmeißen und ihre Freizeit künftig mit ihrer Familie verbringen und mehr im Garten machen. "Aber das liegt nicht in meinem Wesen. Wenn ich ein Amt übernehme, möchte ich es auch ausfüllen." Sie ist beliebt auf der Schönau.

Beim Spaziergang durch den Stadtteil wird sie ständig gegrüßt, bleibt stehen, führt Gespräche. "Ich bin da für die Menschen, sie kommen zu mir, rufen mich abends an", erzählt Safferling. Es gebe kaum jemand vor ihr zu, AfD gewählt zu haben. "Mir liegt es immer auf der Zunge, zu fragen: Na, und was hast Du gewählt?"

"Wahrnehmungsproblem und unzureichende Kommunikation"

Safferling lacht gequält und zeigt auf die sanierten städtischen Wohnungen, hübsch anzusehen. An vielen Stellen stehen Baugerüste. Auf den ersten Blick kein Problemstadtteil. "Was hier an Geld reingesteckt worden ist, gerade hier auf der Schönau", sagt sie.

Der SPD-Direktkandidat für den Mannheimer Norden, Stefan Fulst-Blei, hat dazu auf dem Kreisparteitag am Samstag eine Anekdote beizutragen: Bei einem Hausbesuch auf der Schönau habe ihm eine Mieterin einer sanierten städtischen Wohnung gesagt, sie wisse gar nicht mehr, was die SPD eigentlich für sie tue. "Sie wohnen drin", habe er geantwortet. Ein Wahrnehmungsproblem und unzureichende Kommunikation sieht Fulst-Blei hier.

Warum spiegelt sich die Arbeit vor Ort nicht stärker im Wahlergebnis wieder? Eine Frage, die die Mannheimer Genossen auf dem Kreisparteitag umtreibt. Fulst-Blei sagt, die AfD erreiche die Menschen mit einfachen Botschaften – und stelle sich intelligenter an als die rechtsextreme NPD. Die SPD hingegen formuliere oft zu kompliziert, an den Bürgern vorbei. "Wir müssen an unserer Sprache arbeiten", fordert der SPD-Politiker.

AfD-Kandidat Rüdiger Klos war selbst überrascht davon, dass es sogar gleich für ein Direktmandat gereicht hat. "In dieser Höhe hatte ich nicht damit gerechnet", sagt er. "Aber insgesamt hat mich der Erfolg nicht gewundert, weil ich enormen Zuspruch von der Bevölkerung gespürt habe, als ich im Mannheimer Norden unterwegs war." Viele Menschen hätten das Gefühl gehabt, von der etablierten Politik nicht mehr ernst genommen zu werden.

Im Wahlkreis 35, dem Mannheimer Norden, ging der Kampf um das Direktmandat denkbar knapp aus: Die AfD kam auf 23 Prozent – und lag damit nur 406 Stimmen vor den Sozialdemokraten (22,2 Prozent). Auch die Grünen bekamen mit 21,9 Prozent fast ebenso viele Stimmen, mit etwas Abstand gefolgt von der CDU (17,2 Prozent). Verglichen mit dem mauen Landesergebnis der SPD von nur 12,7 Prozent steht die SPD im Wahlkreis 35 also trotzdem noch weit überdurchschnittlich da.

Die Schönauer Endhaltestelle der Straßenbahn 1 liegt auf der Trennlinie zwischen dem hübsch sanierten Wohnviertel und einer Gegend, in deren Aufwertung deutlich weniger Geld geflossen ist. Der Anteil an Arbeitslosen ist hoch, an einigen Häusern sind Deutschlandfahnen zu sehen. Ein Treffpunkt der sozial Abgehängten. Hier erahnt man, woher der schlechte Ruf kommt, den der Stadtteil seit Jahrzehnten abzustreifen versucht. Auch das ist Mannheim-Schönau. Das Viertel sei als nächstes mit der Sanierung dran, betont Safferling von der SPD.

"Die Sozialdemokratie ist immer noch stark im Mannheimer Norden", sagt der Leiter des örtlichen Stadtarchivs, Ulrich Nieß. "Das Ergebnis der AfD ist sicherlich überraschend aus einer langen Traditionssicht heraus." Er sehe das Ganze aber eher als einen Betriebsunfall. Es habe mehrere starke Kandidaten gegeben, wie das Kopf-an-Kopf-Rennen zeige. "Klar ist aber auch, dass es diese Milieus, die eine starke Bindung zu einer bestimmten Partei haben, so nicht mehr gibt – das gilt für alle Parteien."

Die SPD-Hochburg Mannheim, diese Sicherheit ist ins Wanken geraten. "Hochburg klingt unüberwindbar – das ist es sicher nicht", sagt Nieß. "Bundesweit ist Mannheim aber immer noch ein sehr starker Rückhalt für die Sozialdemokratie."

 

 

 

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